Meine Unterrichtsmodule für die Grundschule sind kürzlich erschienen

Medien stellen einen wichtigen Teil der Lebenswelt von Kindern dar. Gleichzeitig zeigt sich, dass insbesondere an Grundschulen sowohl Vorbehalte als auch infrastrukturelle Grenzen vorherrschen, die Medienbildung entgegen stehen. Insbesondere der Einsatz digitaler Medien findet im Grundschulunterricht nur selten Raum (vgl. Initiative D21 2014). Wenngleich es wünschenswert wäre, dass Lehrkräfte Medien als wertvolle Werkzeuge im Schulalltag akzeptieren, ist es dennoch wichtig, neben digitalen didaktischen Angeboten auch technisch niederschwellige Anregungen für Medienbildung an Schulen zu geben. Dies war der Anspruch an zwei Unterrichtsmodule, die ich speziell für Grundschullehrkräfte im Auftrag des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg entwickelt habe.

Auch bei der Themenwahl beziehe ich mich auf aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse. Laut der neuen KIM-Studie steht bei Kindern noch immer das Fernsehen als liebste und häufigste medienbezogene Freizeitbeschäftigung an erster Stelle (vgl. mpfs 2015, S. 13ff). Speziell Medienheldinnen und Medienhelden spielen sowohl im Fernsehen als auch in anderen Medienangeboten eine wichtige Rolle. Dabei entsteht u. a. hinsichtlich der Geschlechterrollen-Entwicklung ein hoher Reflexionsbedarf (vgl. u.a. Götz 2012). Um mit Kindern in der Grundschule diese Themen spielerisch und lehrreich aufzubereiten, entwickelte ich die folgenden Unterrichtsmodule, die kürzlich in der Datenbank des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg erschienen sind.

Schlör, Katrin (2015): Unsere Lieblingsfiguren in den Medien.
Internet: http://www.unterrichtsmodule-bw.de/index.php?id=53&tx_umo_pi1[showUid]=1059&cHash=4f35a42ca78263ce4b81a15cc2cd9a28
Kurzbeschreibung: Die Schülerinnen und Schüler lernen, was der Begriff Medien bedeutet und welche Mediengeräte und -inhalte, darunter zu fassen sind. Sie reflektieren ihre Lieblingsfiguren in den Medien und können diesen sowohl äußere Attribute als auch Charaktereigenschaften zuordnen. Von den Schülerinnen und Schülern gemalte Bilder ihrer Medienhelden dienen als Basis für ein gemeinsam erstelltes „Verwandlungsbilderbuch“, bei dem einzelne Elemente (Kopf, Rumpf + Arme und Beine) der Medienheldinnen und -helden kombiniert werden können und so neue alternative Medienfiguren entstehen. 

Schlör, Katrin (2015): Ich sehe was, was du auch siehst – Fernsehen.
Internet: http://www.unterrichtsmodule-bw.de/index.php?id=53&tx_umo_pi1[showUid]=985&cHash=7f351ff0090e1229747a1d00594171e8
Kurzbeschreibung: Die Schülerinnen und Schüler lernen, über das Fernsehen und die Inhalte der Sendungen zu sprechen. Sie dokumentieren eine Woche lang ihre Fernsehpraxis anhand der Sendung + Sender, Uhrzeit + Dauer der Nutzung sowie ihrer Gefühle während des Fernsehens. Sie können ihre eigenen Erfahrungen und ihre Fernsehpraxis in der Allgemeinheit verorten und entwickeln im Klassenverband erste Lösungsansätze für eine gefühlsensible und selbstbestimmte Fernsehpraxis. Ziel ist es zudem, die Eltern über die Medienpraxis ihrer Kinder zu informieren und so den Autausch in der Familie anzuregen.

Quellen:
Götz, Maya (2012) (Hrsg.): Die Fernsehheld(inn)en der Mädchen und Jungen. Geschlechterspezifische Studien zum Kinderfernsehen. München: kopaed.
Initiative D21 (Hrsg.) (2014): Medienbildung an deutschen Schulen. Handlungsempfehlungen für die digitale Gesellschaft. Internet: http://www.initiatived21.de/wp-content/uploads/2014/11/141106_Medienbildung_Onlinefassung_komprimiert.pdf

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs) (Hrsg.) (2015): KIM-Studie 2014. Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger in Deutschland. Internet: http://www.mpfs.de/fileadmin/KIM-pdf14/KIM14.pdf

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