Ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk…

…liegt unter meinem Christbaum. Kurz vor Weihnachten wurde mir meine Promotionsurkunde verliehen.


Damit endet ein spannender, aber auch anstrengender Lebensabschnitt. Mehrere Jahre lang habe ich Familien in belasteten Lebenslagen besucht und mich mit der Bedeutung von Medien für deren Lebens- und Alltagsbewältigung beschäftigt. Zentral war dabei die Erkenntnis, dass Familien Medienpraktiken häufig zur Herstellung und Bestärkung des Familiensystems einsetzen, sei es in Form von Fernseh-Familienzeit während einer Samstagabend-Show, im WhatsApp-Familienchat oder als Skype-Session mit Verwandten. Dieses Doing Family, wie es die Familiensoziologie nennt, ist gleichzeitig ein wichtiger Anlass für intergenerationelle Medienbildung. Familienmitglieder lernen voneinander, bspw. wenn die Kinder der Oma einen Skype-Account anlegen und erklären. Sie lernen etwas übereinander, wenn die Eltern ihren Kindern erzählen, was sie früher im Fernsehen gerne angeschaut haben. Familienmitglieder lernen miteinander, wenn sie gemeinschaftlich Computerspiele testen oder sich über die Wertigkeit von Privatsphäre austauschen. Und Familien lernen aneinander, wie sie Medien in ihren Alltag integrieren und welchen Stellenwert sie ihnen zuschreiben.

In den Jahren habe auch ich viel über mich selbst gelernt. Dafür danke ich besonders den Familien, die mir die Offenheit und das Vertrauen schenkten, Einblicke in ihre Lebens- und Medienwelt zu geben.

Das Buch erschien im Dezember 2016 beim kopaed-Verlag in München unter folgender Referenz:
Schlör, Katrin (2016): Medienkulturen in Familien in belasteten Lebenslagen. Eine Langzeitstudie zu medienbezogenem Doing Family als Bewältigungsressource. München: kopaed.

Die Dr. Sommer Studie 2016 im medienpädagogischen Kontext

Seit 1969 zählt das BRAVO Dr. Sommer-Team für Jugendliche zu den einflussreichsten Aufklärern hinsichtlich Sexualität. Immer wieder mehr als provokant und von (ehemals selbst lesenden) Eltern kritisiert, stellt das Dr. Sommer-Ressort für Medienpädagoginnen und Medienpädagogen ein wichtiges Stimmungsbild dar. Besonders … Weiterlesen

Alles hat ein Ende: Abgabe meiner Dissertation 

Nach 5,5 Jahren intensiver Forschungsarbeit war es gestern endlich geschafft. Ich habe meine Doktorarbeit mit dem Titel „Medienkulturen in Familien in belasteten Lebenslagen“ im Prüfungsamt der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg eingereicht. Wie der Untertitel bereits verrät, liefert meine Arbeit u. a. … Weiterlesen

Artikel „Medienbildung in und mit Familien“ in der Zeitschrift „Teilhabe“ erschienen

Zusammen mit meinem Kollegen Jan-René Schluchter hatte ich die Ehre, für die Zeitschrift Teilhabe sowohl einen theoretischen Überblick zum Themenfeld Medienbildung mit und in Familien“ unter besonderer Berücksichtigung von Familien mit Menschen mit Behinderung zu geben, als auch Praxismodelle einer inklusiven medienpädagogischen Familienbildung vorzustellen. Diese beziehen sich sowohl auf den familialen Alltag als auch auf pädagogische Settings und legen besonderen Wert auf Methoden der aktiven handlungsorientierten Medienarbeit.

Schlör, Katrin/Schluchter, Jan-René (2015): Medienbildung mit und in Familien. Praxismodelle einer inklusiven medienpädagogischen Familienbildung. In: Teilhabe 3/2015, S.135-140.

Vortrag online: Jugend, Familie und Heimat im Kontext von Mediennutzung

Am 18. Februar war ich bei dem Seminar „Heimat und Medien“ der Landeszentrale für politische Bildung und Partner im „Haus auf der Alb“ in Bad Urach zu Gast. Mein Vortrag zum Thema „Jugend, Familie und Heimat im Kontext von Mediennutzung“ … Weiterlesen

Geschlechtsspezifische Computerspielsozialisation in der Familie

Heute hole ich einen Blog-Post nach, der längst überfällig ist. Anfang des Jahres habe ich mich in einem Artikel mit dem Thema „Geschlechtsspezifische Computerspielsozialisation in der Familie“ beschäftigt. Neben Erkenntnissen aus meiner Studie zum Thema „Medien in Familien in belasteten … Weiterlesen

Interview zum Thema „Medien in der Familie“ mit der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg

Als Referentin der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg u.a. für die Projekte Eltern-Medienmentoren-Programm und die medienpädagogische Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe wurde ich kürzlich zum Thema Medien in der Familie interviewt. Dabei lag der Fokus auf der Medienpraxis in Familien mit Migrationshintergrund … Weiterlesen

Bericht über meinen Workshop auf dem Familienkongress der Lebenshilfe in Berlin

Im September hatte ich das Glück, auf dem Familienkongress der Lebenshilfe und ihrer Partner in Berlin einen medienpädagogischen Workshop für Familien mit Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf anzubieten. Das Thema lautete „Meine Medien, meine Familie und ich“. Ziel war es, das individuelle und gemeinsame Medienhandeln in der Familie auf kreative Art zu reflektieren und in der Diskussion medienpädagogische Handlungsimpulse zu erarbeiten. Es war eine unglaublich inspirierende Erfahrung, die meine wissenschaftliche Arbeit zum Thema „Mediensozialisation in Familien in belasteten Lebenslagen“ auf eine ganz besondere Art beleuchtete. Besonders spannend waren die vielfältigen Geschichten der Teilnehmenden, die Medien als Chance und Bereicherung für Familien mit Mitgliedern mit Behinderung zum Thema hatten.

Der Workshop-Bericht ist nun im Rahmen der Tagungsdokumentation erschienen und hier nachzulesen: http://www.lebenshilfe-familienkongress.de/familienkongress/programm/seite-16.php

Artikel zu „‚Wo is´n dein papa? – Im skype, ne?‘ Doing family und intergenerative Medienbildung im Kontext von Multilokalität.“ im Netz verfügbar

Freundlicherweise ist mein Artikel zum Thema Familie, Multilokalität und Medien, den ich im Dezember 2012 in der Fachzeitschrift merz Wissenschaft veröffentlicht hatte nun frei im Internet zugänglich. Sie finden ihn unter http://www.mediaculture-online.de/fileadmin/bibliothek/schloer_multilokalitaet/schloer_multilokalitaet.pdf

Artikel-Abstract

Trennung, Migration sowie steigende Entgrenzung der Erwerbsarbeit bedingen eine zunehmende Multilokalität von Familien. Um diese Belastungssituation erfolgreich zu bewältigen, setzen Familien ein breites Medienrepertoire ein. Dieses zielt auf die Herstellung von Familie und die Inklusion ihrer Mitglieder über räumliche Grenzen hinweg ab. Der Beitrag verweist anhand empirischer Daten sowie aktueller Diskussionen auf entsprechende Potenziale, Grenzen und (medien-)pädagogische Handlungsfelder.

Praxisbericht: „Das sind wir.“ – Wir basteln uns ein Familien-Fotobuch!

Familienworkshop in Titisee-Neustadt im Rahmen des Projekts „Medienpädagogische Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“

Im Januar fand der mit meiner Beteiligung sechste und letzte Abschlussworkshop der ersten Projektphase der „Medienpädagogischen Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“ statt. Das Projekt der Aktion Jugendschutz wird im Auftrag der Initiative Kindermedienland des Staatsministeriums durchgeführt. Grund genug, um einen kurzen abschließenden Praxisbericht zu veröffentlichen.

Das Workshop-Konzept basiert größtenteils auf meiner medienpädagogischen Praxisforschung zum Thema Familienfotografie und Mediensozialisation in Familien in belasteten Lebenslagen. Dabei nehme ich an, dass die gemeinsame produktive Auseinandersetzung mit Medien nicht nur die Medienkompetenz in der Familie fördert, sondern auch die Familie als System an sich gestärkt werden kann. Ziel der Workshops ist zum einen die Freude an der kreativen Auseinandersetzung mit Medien zu wecken/fördern und Inspiration für die eigene Foto- und Medienpraxis zu geben, zum anderen über das Medium Fotografie den Blick für mediale Zusammenhänge wie bspw. Dramaturgie, Manipulation, etc. zu weiten.

Wer ein klares Storyboard gemacht hat, tut sich später leichter.

Wer ein klares Storyboard gemacht hat, tut sich später leichter.

In den Workshops, zu denen sowohl sozialpädagogische FamilienhelferInnen als auch deren Familien eingeladen waren, stand die Produktion eines Familien-Fotobuches im Zentrum, das eine Geschichte erzählen sollte. Zum Einstieg machte ich einen kurzen Input zu Kamera-Einstellung, Perspektive und der Dramaturgie von Geschichten.  Im Anschluss waren die Familien selbst gefragt. In einem Storyboard entwickelten sie sowohl die Geschichte in ca. 5 Bildern, als auch bereits erste Ideen zur fotografischen Gestaltung und evtl. Zusatzelementen wie Special Effects, Bilderklärungen oder Sprech- und Denkblasen.

Bei Fotografieren kommen sich manche Familien auch körperlich (wieder) näher.

Beim Fotografieren kommen sich manche Familien auch körperlich (wieder) näher.

Nach der fotografischen Umsetzung folgte entweder der Ausdruck der Bilder und die analoge Weiterverarbeitung zu dem Fotobuch oder aber die Bearbeitung der Bilder am PC. Egal welche Variante gewählt wurde, in allen sechs Workshops wurden wundervolle Fotobücher mit unglaublich vielfältigen und spannenden, rührenden und/oder lustigen Geschichten produziert.

Wer lieber am PC die Bilder für die Geschichte aufberetet, konnte in Powerpoint Sprechblasen, Hintergründe etc. hinzufügen.

Wer lieber am PC die Bilder für die Geschichte aufbereitet, konnte in Powerpoint Sprechblasen, Hintergründe etc. hinzufügen.

Was nie zu kurz kommen durfte, war der genussvolle Zugang zu Fotografie. So stand neben allgemeinen Bastelarbeiten, die besonders bei kleineren Kindern beliebt waren, auch immer das gemeinsame Essen und Trinken im Zentrum. Bei dem letzten Workshop beispielsweise durften wir alle zusammen den ersten Geburtstag einer kleinen Teilnehmerin feiern. Das war für uns alle ein Highlight.

Von den Teilnehmenden selbst kam viel positives Feedback. Besonders häufig kam der Wunsch auf: „So etwas sollte es öfters geben.“ Ich hoffe sehr, dass niedrigschwellige medienpädagogische Angebote der Familienbildung weiter an Bedeutung gewinnen und zahlreiche Projekte der aktiven Medienarbeit mit Familien folgen. Bis dahin bleibt das AJS-Projekt für mich ein wunderbarer Leuchtturm. Ich danke Ursula Kluge für die engagierte Projektkoordination, Julian Kluge für die tolle wertvolle technische Unterstützung bei den Workshops, den Organisatoren vor Ort in den Landkreisen, die offen für das Thema Familienfotografie waren und vor allen Dingen den Familien, die mit viel Freude und Engagement zusammengehalten und die Workshops mit ihren Ideen bereichert haben.

Jetzt müssen die Seiten nur noch geordnet, gelocht und gebunden werden: Fertig ist das Familien-Fotobuch!

Zu guter Letzt tolle Nachrichten: Das Projekt „Medienpädagogische Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“ geht weiter! Am 5. Februar 2013 verkündete die Ministerin im Staatsministerium, Silke Krebs, dass die Initiative Kindermedienland fortgeführt wird. Alle Interessierten finden hier Informationen zum Projekt sowie alle Bewerbungsmodalitäten.

Impressionen des vorerst letzten Foto-Workshops im Rahmen des Projekts „Medienpädagogische Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“: