Broschüre „einDeutig PH!“ erschienen

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Mein Seminar „Visuelle Kommunikation in Alltag, Forschung und pädagogischer Praxis“ an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, das für Studierende in den Bachelorstudiengängen Kultur- und Medienbildung sowie Bildungswissenschaft angeboten wird, beinhaltet ein Abschlussprojekt, bei dem die Studierenden die Seminarinhalte in ein Bildungsangebot für PH-Angehörige übertragen und dieses durchführen. In diesem Rahmen entstanden bereits eine QR-Code-Safari und ein Blog, in dem visuelle Methoden vorgestellt werden.

Im Sommersemester 2016 gestalteten die Studierenden eine Broschüre mit dem Titel „einDeutig PH“. Diese soll Menschen mit keinen oder wenigen Deutschkenntnissen über Bildsprache die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg näherbringen. Gleichzeitig soll sie mittels visueller Impulse die Kommunikation über den Alltag an der Hochschule und deren Umfeld erleichtern. Themen, die in der Broschüre angesprochen werden, sind bspw. der Studienalltag (z.B. Bib, Mensa, Notfall), die Freizeitgestaltung (z.B: Kultur an der PH) sowie die Infrastruktur (z.B. ÖPNV, Briefkästen) an der PH. Begleitend erarbeiteten die Studierenden ein Online-Angebot.

Wir freuen uns über den Einsatz der Broschüre im Hochschule-Alltag und hoffen, dass sie vielen neu ankommenden Studierenden den Start an der Hochschule erleichtert.

Mit QR-Codes die Lebens- und Arbeitswelt Hochschule erschließen

Seit Ende Juni zieren diverse kleinen schwarz-weißen Quadrate den Campus der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. An insgesamt zehn Stationen können Studierende, Dozierende und Hochschul-Mitarbeitende ihre Lebens- und Arbeitswelt aus ungewohnten Perspektiven kennen lernen. Ob als Mittel gegen Langeweile auf der Toilette, … Weiterlesen

Studierende gestalten Blog zu visuellen Methoden

Screenshot des seminarbegleitenden Blogs zum Thema

Screenshot des seminarbegleitenden Blogs zum Thema „visuelle Methoden“

Die Inhalte eines Hochschulseminars sollten – nach meinem Verständnis – Studierende durch ihr weiteres Studium und ihre berufliche Praxis begleiten. Um diese Nachhaltigkeit in meinem Seminar „Visuelle Kommunikation in Alltag, Forschung und pädagogischer Praxis“ zu gewährleisten, dokumentieren die Studierenden sowohl im Seminar verwendete visuelle Methoden als auch generelle Möglichkeiten, mit Bildsprache pädagogische Lernszenarien zu gestalten.

Die Entscheidung für eine öffentliche Präsentation öffnet den Kreis der Adressaten. Ziel ist es, ein interaktives, flexibles und innovatives Online-Kompendium zu gestalten, das andere in der Planung ihrer Veranstaltungen unterstützen und inspirieren kann.

Wir, die Studierenden und ich, freuen uns über weitere Impulse, Diskussionen und über Feedback in unserem Blog: https://visuellemethoden.wordpress.com

Meine Unterrichtsmodule für die Grundschule sind kürzlich erschienen

Medien stellen einen wichtigen Teil der Lebenswelt von Kindern dar. Gleichzeitig zeigt sich, dass insbesondere an Grundschulen sowohl Vorbehalte als auch infrastrukturelle Grenzen vorherrschen, die Medienbildung entgegen stehen. Insbesondere der Einsatz digitaler Medien findet im Grundschulunterricht nur selten Raum (vgl. Initiative D21 2014). Wenngleich es wünschenswert wäre, dass Lehrkräfte Medien als wertvolle Werkzeuge im Schulalltag akzeptieren, ist es dennoch wichtig, neben digitalen didaktischen Angeboten auch technisch niederschwellige Anregungen für Medienbildung an Schulen zu geben. Dies war der Anspruch an zwei Unterrichtsmodule, die ich speziell für Grundschullehrkräfte im Auftrag des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg entwickelt habe.

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Workshop-Methoden zum Thema „Medien und Schönheitsideale“

Gerade sitze ich an der Vorbereitung eines Workshops für Pädagogik-Studierende zum Thema „Schönheitsideale in den Medien“. Bei meiner Recherche zu neuen Methoden bin ich auf folgende Ergebnisse gestoßen, die ich gerne hier mit anderen (Medien)pädagogInnen und Interessierten besprechen und ergänzen möchte. Weiterlesen

Praxisbericht: „Das Fakebook Spiel“

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Eltern-Workshop im Rahmen des „Eltern-Medienmentoren-Programms“ des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg  (Initiative „Kindermedienland Baden-Württemberg“)

Das fakebook-Spielfeld

Das fakebook-Spielfeld

Alte Kataloge von Reiseveranstaltern, schwedischen Möbel- und Modehäusern, Kunsthändlern, Supermarktprospekte, Scheren, Farbstifte, Post-Its und Klebepunkte – auf den ersten Blick sieht am Schlossgymnasium in Kirchheim/Teck nichts nach einem „Soziale Netzwerke“-Workshop aus.

Statt Facebook, Twitter & Co. am PC zu erkunden, lernten die teilnehmenden Elternbeiräte die Faszination und Funktionsweise sozialer Netzwerke ganz praktisch, analog und vertraut mit Schere, Kleb und Stiften kennen. In Anlehnung an das Planspiel „Spielen statt klicken“ der Bundeszentrale für politische Bildung und des DGB Bildungswerks sowie eigenen Erfahrungen aus früheren Workshops, entwickelte ich das “ fakebook Spiel“, bei dem die Teilnehmenden durch das Erfüllen von Aufgaben auf Aktionskärtchen auf der Statuspyramide aufsteigen können.

Spielregeln, Spielverlauf und Statuspyramide

Spielregeln, Spielverlauf und Statuspyramide

Dazu mussten zunächst alle in ihrem Profil Namen und  Geburtsdatum ausfüllen, um sich für das Spiel zu registrieren. Im Anschluss diskutierten wir anhand des Films „Masken“ von „watch your web“ Vor- und Nachteile von Klarnamen und Nicknames in sozialen Netzwerken.
Danach kamen die Klebepunkte zum Einsatz. Jede(r) dürfte sein Profil ausfüllen, Titel- und Profilbild einkleben und anschließend mit roten und blauen Punkten kennzeichnen, was öffentlich und was nur für Freunde sichtbar sein soll. Mit schönen Profilen ausgestattet ging es nun ans Freundschaften knüpfen und schließlich Aktionskarten erfüllen. So „posteten“ die Teilnehmenden schon bald ihre ersten Pinnwandeinträge, Kommentare, vergaben „Gefällt mir“-Punkte, gründeten Gruppen, be- und entfreundeten sich und stiegen so langsam auf der Statuspyramide auf.
Beispiel für ein fakebook-Profil mit Titelbild

Beispiel für ein fakebook-Profil mit Titelbild

Vom Ehrgeiz und der Faszination erfasst, waren manche Eltern nur schwer wieder an den Tisch zu holen, denn selbstverständlich blieb es nicht nur beim Spielen. In der anschließenden Reflexion besprachen wir zum einen das Spiel an sich, zum anderen die Übertragung der Erfahrung auf das Thema „soziale Netzwerke“. Dabei ist der Spaß und die Spielfreude, auch gruppendynamisch gedacht, als sehr positiv einzuschätzen. Die wahre Stärke entfaltet diese Methode jedoch besonders im Aufzeigen von Chancen und Problemen im Umgang mit facebook und Co. Eine Teilnehmerin brachte es schön auf den Punkt: „In jedem Spiel steckt auch Ernst.“ Allgemein fanden die Eltern das fakebook-Spiel interessant aber auch stressig. „Du musst was machen, dass du in den Spiel-Modus kommst“, berichtete eine Mutter von ihrer Spielerfahrung. Ein Elternteil fragte sich, warum sie überhaupt wie wild Aktionskarten bzw. Spielsteine für Kommentare, Postings, Freunde etc, gesammelt haben. Daraus ergiebt sich die Frage, worin überhaupt der Reiz entsteht, Anerkennung für Statusmeldungen, Bilder oder Freundschaftsanfragen bekommen zu wollen.

Erinnerungen an den letzten Skiurlaub ernten Kommentare und gelbe "Gefällt mir!"-Punkte

Erinnerungen an den letzten Skiurlaub ernten Kommentare und gelbe „Gefällt mir!“-Punkte

Besonders das Thema „Zugehörigkeitsgefühle“ war für einige Eltern ein wichtiger Aspekt. Sie spürten selbst, wie wichtig ihnen das „Mit-Machen-Wollen, Dabei-Sein-Wollen, Freunde-haben-Wollen“ war. Manche berichteten von der Angst, keine oder gar negative Kommentare zu erhalten und sich ausgeschlossen zu fühlen. Generell fühlten sie sich häufig überfordert mit den vielen Impulsen und hatten das Gefühl, den Überblick zu verlieren. Eine Mutter hingegen sah das ganz gelassen: „Man muss sich auch mal zurücknehmen und eine Auszeit gönnen können.“ Das ist wohl die Königskompetenz bei sozialen Netzwerken: Die Partizipation, Kommunikation, Information und Unterhaltung genießen und konstruktiv nutzen, aber auch die Fähigkeit besitzen, sich bewusst zurücknehmen zu können. Wenn ich selbst bestimmen kann, wie viel ich teilhaben, wie viel ich preisgeben möchte und mich nicht von den „Spielregeln“ sozialer Netzwerke fremdsteuern lasse, dann habe ich schon viel an Medienkompetenz gewonnen.

Doch auch mich hat das Spielfieber gepackt! Ich freue mich schon sehr auf den nächsten „fakebook-Spiel“-Einsatz!
Impressionen des fakebook-Spiels am Schlossgymnasium Kirchheim/Teck:

Praxisbericht: „Das sind wir.“ – Wir basteln uns ein Familien-Fotobuch!

Familienworkshop in Titisee-Neustadt im Rahmen des Projekts „Medienpädagogische Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“

Im Januar fand der mit meiner Beteiligung sechste und letzte Abschlussworkshop der ersten Projektphase der „Medienpädagogischen Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“ statt. Das Projekt der Aktion Jugendschutz wird im Auftrag der Initiative Kindermedienland des Staatsministeriums durchgeführt. Grund genug, um einen kurzen abschließenden Praxisbericht zu veröffentlichen.

Das Workshop-Konzept basiert größtenteils auf meiner medienpädagogischen Praxisforschung zum Thema Familienfotografie und Mediensozialisation in Familien in belasteten Lebenslagen. Dabei nehme ich an, dass die gemeinsame produktive Auseinandersetzung mit Medien nicht nur die Medienkompetenz in der Familie fördert, sondern auch die Familie als System an sich gestärkt werden kann. Ziel der Workshops ist zum einen die Freude an der kreativen Auseinandersetzung mit Medien zu wecken/fördern und Inspiration für die eigene Foto- und Medienpraxis zu geben, zum anderen über das Medium Fotografie den Blick für mediale Zusammenhänge wie bspw. Dramaturgie, Manipulation, etc. zu weiten.

Wer ein klares Storyboard gemacht hat, tut sich später leichter.

Wer ein klares Storyboard gemacht hat, tut sich später leichter.

In den Workshops, zu denen sowohl sozialpädagogische FamilienhelferInnen als auch deren Familien eingeladen waren, stand die Produktion eines Familien-Fotobuches im Zentrum, das eine Geschichte erzählen sollte. Zum Einstieg machte ich einen kurzen Input zu Kamera-Einstellung, Perspektive und der Dramaturgie von Geschichten.  Im Anschluss waren die Familien selbst gefragt. In einem Storyboard entwickelten sie sowohl die Geschichte in ca. 5 Bildern, als auch bereits erste Ideen zur fotografischen Gestaltung und evtl. Zusatzelementen wie Special Effects, Bilderklärungen oder Sprech- und Denkblasen.

Bei Fotografieren kommen sich manche Familien auch körperlich (wieder) näher.

Beim Fotografieren kommen sich manche Familien auch körperlich (wieder) näher.

Nach der fotografischen Umsetzung folgte entweder der Ausdruck der Bilder und die analoge Weiterverarbeitung zu dem Fotobuch oder aber die Bearbeitung der Bilder am PC. Egal welche Variante gewählt wurde, in allen sechs Workshops wurden wundervolle Fotobücher mit unglaublich vielfältigen und spannenden, rührenden und/oder lustigen Geschichten produziert.

Wer lieber am PC die Bilder für die Geschichte aufberetet, konnte in Powerpoint Sprechblasen, Hintergründe etc. hinzufügen.

Wer lieber am PC die Bilder für die Geschichte aufbereitet, konnte in Powerpoint Sprechblasen, Hintergründe etc. hinzufügen.

Was nie zu kurz kommen durfte, war der genussvolle Zugang zu Fotografie. So stand neben allgemeinen Bastelarbeiten, die besonders bei kleineren Kindern beliebt waren, auch immer das gemeinsame Essen und Trinken im Zentrum. Bei dem letzten Workshop beispielsweise durften wir alle zusammen den ersten Geburtstag einer kleinen Teilnehmerin feiern. Das war für uns alle ein Highlight.

Von den Teilnehmenden selbst kam viel positives Feedback. Besonders häufig kam der Wunsch auf: „So etwas sollte es öfters geben.“ Ich hoffe sehr, dass niedrigschwellige medienpädagogische Angebote der Familienbildung weiter an Bedeutung gewinnen und zahlreiche Projekte der aktiven Medienarbeit mit Familien folgen. Bis dahin bleibt das AJS-Projekt für mich ein wunderbarer Leuchtturm. Ich danke Ursula Kluge für die engagierte Projektkoordination, Julian Kluge für die tolle wertvolle technische Unterstützung bei den Workshops, den Organisatoren vor Ort in den Landkreisen, die offen für das Thema Familienfotografie waren und vor allen Dingen den Familien, die mit viel Freude und Engagement zusammengehalten und die Workshops mit ihren Ideen bereichert haben.

Jetzt müssen die Seiten nur noch geordnet, gelocht und gebunden werden: Fertig ist das Familien-Fotobuch!

Zu guter Letzt tolle Nachrichten: Das Projekt „Medienpädagogische Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“ geht weiter! Am 5. Februar 2013 verkündete die Ministerin im Staatsministerium, Silke Krebs, dass die Initiative Kindermedienland fortgeführt wird. Alle Interessierten finden hier Informationen zum Projekt sowie alle Bewerbungsmodalitäten.

Impressionen des vorerst letzten Foto-Workshops im Rahmen des Projekts „Medienpädagogische Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“: