Fakebook-Spiel in Sindelfingen: Ein Praxisbericht in Bildern

Bereits vor den Sommerferien, am 11. Juli 2013 war ich bei dem Fachtag „Soziale Netzwerke. Herausforderung und Chance für die Soziale Arbeit“ in Sindelfingen und bot neben einem Vortrag zum Thema soziale Netzwerke den Workshop „Erlebnis fakebook-Spiel“ an. Teilnehmende waren Sozialpädagoginnen und-pädagogen der schulischen und außerschulischen Kinder-, Jugend- und Familienbildung. Anstatt einen langen Bericht zu veröffentlichen, möchte ich den sehr gelungenen Workshop in Bildern vorstellen. Viel Spaß mit den Impressionen aus Sindelfingen:

 

Praxisbericht: „Das sind wir.“ – Wir basteln uns ein Familien-Fotobuch!

Familienworkshop in Titisee-Neustadt im Rahmen des Projekts „Medienpädagogische Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“

Im Januar fand der mit meiner Beteiligung sechste und letzte Abschlussworkshop der ersten Projektphase der „Medienpädagogischen Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“ statt. Das Projekt der Aktion Jugendschutz wird im Auftrag der Initiative Kindermedienland des Staatsministeriums durchgeführt. Grund genug, um einen kurzen abschließenden Praxisbericht zu veröffentlichen.

Das Workshop-Konzept basiert größtenteils auf meiner medienpädagogischen Praxisforschung zum Thema Familienfotografie und Mediensozialisation in Familien in belasteten Lebenslagen. Dabei nehme ich an, dass die gemeinsame produktive Auseinandersetzung mit Medien nicht nur die Medienkompetenz in der Familie fördert, sondern auch die Familie als System an sich gestärkt werden kann. Ziel der Workshops ist zum einen die Freude an der kreativen Auseinandersetzung mit Medien zu wecken/fördern und Inspiration für die eigene Foto- und Medienpraxis zu geben, zum anderen über das Medium Fotografie den Blick für mediale Zusammenhänge wie bspw. Dramaturgie, Manipulation, etc. zu weiten.

Wer ein klares Storyboard gemacht hat, tut sich später leichter.

Wer ein klares Storyboard gemacht hat, tut sich später leichter.

In den Workshops, zu denen sowohl sozialpädagogische FamilienhelferInnen als auch deren Familien eingeladen waren, stand die Produktion eines Familien-Fotobuches im Zentrum, das eine Geschichte erzählen sollte. Zum Einstieg machte ich einen kurzen Input zu Kamera-Einstellung, Perspektive und der Dramaturgie von Geschichten.  Im Anschluss waren die Familien selbst gefragt. In einem Storyboard entwickelten sie sowohl die Geschichte in ca. 5 Bildern, als auch bereits erste Ideen zur fotografischen Gestaltung und evtl. Zusatzelementen wie Special Effects, Bilderklärungen oder Sprech- und Denkblasen.

Bei Fotografieren kommen sich manche Familien auch körperlich (wieder) näher.

Beim Fotografieren kommen sich manche Familien auch körperlich (wieder) näher.

Nach der fotografischen Umsetzung folgte entweder der Ausdruck der Bilder und die analoge Weiterverarbeitung zu dem Fotobuch oder aber die Bearbeitung der Bilder am PC. Egal welche Variante gewählt wurde, in allen sechs Workshops wurden wundervolle Fotobücher mit unglaublich vielfältigen und spannenden, rührenden und/oder lustigen Geschichten produziert.

Wer lieber am PC die Bilder für die Geschichte aufberetet, konnte in Powerpoint Sprechblasen, Hintergründe etc. hinzufügen.

Wer lieber am PC die Bilder für die Geschichte aufbereitet, konnte in Powerpoint Sprechblasen, Hintergründe etc. hinzufügen.

Was nie zu kurz kommen durfte, war der genussvolle Zugang zu Fotografie. So stand neben allgemeinen Bastelarbeiten, die besonders bei kleineren Kindern beliebt waren, auch immer das gemeinsame Essen und Trinken im Zentrum. Bei dem letzten Workshop beispielsweise durften wir alle zusammen den ersten Geburtstag einer kleinen Teilnehmerin feiern. Das war für uns alle ein Highlight.

Von den Teilnehmenden selbst kam viel positives Feedback. Besonders häufig kam der Wunsch auf: „So etwas sollte es öfters geben.“ Ich hoffe sehr, dass niedrigschwellige medienpädagogische Angebote der Familienbildung weiter an Bedeutung gewinnen und zahlreiche Projekte der aktiven Medienarbeit mit Familien folgen. Bis dahin bleibt das AJS-Projekt für mich ein wunderbarer Leuchtturm. Ich danke Ursula Kluge für die engagierte Projektkoordination, Julian Kluge für die tolle wertvolle technische Unterstützung bei den Workshops, den Organisatoren vor Ort in den Landkreisen, die offen für das Thema Familienfotografie waren und vor allen Dingen den Familien, die mit viel Freude und Engagement zusammengehalten und die Workshops mit ihren Ideen bereichert haben.

Jetzt müssen die Seiten nur noch geordnet, gelocht und gebunden werden: Fertig ist das Familien-Fotobuch!

Zu guter Letzt tolle Nachrichten: Das Projekt „Medienpädagogische Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“ geht weiter! Am 5. Februar 2013 verkündete die Ministerin im Staatsministerium, Silke Krebs, dass die Initiative Kindermedienland fortgeführt wird. Alle Interessierten finden hier Informationen zum Projekt sowie alle Bewerbungsmodalitäten.

Impressionen des vorerst letzten Foto-Workshops im Rahmen des Projekts „Medienpädagogische Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“:

Lesetipp: „Medien – aber sicher. Ein Ratgeber für Eltern“

„Medien – aber sicher“ – Der kostenlose Eltern-Ratgeber des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg

Eltern, die seit Herbst meine Veranstaltungen besucht haben kennen ihn schon, den neuen Eltern-Ratgeber des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ). Auf 90 Seiten finden sich Tipps zum Medienumgang in der Familie von A wie Abofallen über F wie Fernsehen, P wie Pornografie und S wie soziale Netzwerke oder Spiele bis hin zu W wie problematische Weltbilder. Abgerundet werden die informativen Beiträge durch ein umfangreiches Glossar, Linktipps und Infos zu Beratungsangeboten allgemein und den Projekten des LMZ im Speziellen. Die rundum gelungene Broschüre, die ich nicht nur aus dem Grund empfehlen kann, weil ich auch ein paar Textpassagen beigesteuert habe, ist in drei Variationen erhältlich:

  1.  als Online-Version, zum Lesen direkt im Browser am Bildschirm: http://www.mediaculture-online.de/index.php?id=1944
  2. als PDF entweder zum Ausdrucken oder ebenfalls am Bildschirm Lesen: http://www.mediaculture-online.de/fileadmin/handouts/2012_11_14_Elternreader.pdf
  3. als Printbroschüre zum kostenlosen Bestellen per Mail bei folgender Adresse: beratungsstelle@lmz-bw.de
Viel Spaß beim Lesen, Ausprobieren und Umsetzen. Gerne können Sie hier einen Kommentar zu der Broschüre hinterlassen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen.

„Medienkompetenz macht Bildung“

Kongress "Medienkompetenz macht Bildung"

„Medienkompetenz macht Bildung“ – so lautet nicht etwa ein Ausspruch von mir, sondern vielmehr der Titel eines Kongresses, der gestern, am 15. Oktober 2012 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg veranstaltet wurde. Neben Beiträgen aus Medienwissenschaft (Claudia … Weiterlesen

Workshops zum Thema „Fernsehen in der Lebenswelt von Kindern“

Medienkompetenz für Erzieher/innen

Artikel erschienen in MediaCultureOnline von Christine Sattler vom 18.1.2012

Mein eigener Blick zurück auf den Workshop:
Im Workshop „Fernsehen in der Lebenswelt von Kindern“ im Rahmen des Bildungsprojekts Medienkompetenz werden angehende ErzieherInnen auf das Thema Medienbildung im Kindergarten vorbereitet. Wichtigstes Medium für Kinder ist und bleibt das Fernsehen (vgl. KIM 2010). Um so bedeutender ist es, sich als Pädagoge mit den Funktionen von Fernsehsendungen für Kinder auseinanderzusetzen und eine Reise in die eigene Kindheit zu machen. Welche Medienhelden hatte ich als Kind? Was fand ich gut an denen? Häufig haben wir Erwachsenen einfach „verlernt“, die Welt durch Kinderaugen zu sehen. Dennoch gilt es eine eigene Position zum Thema Fernsehen zu entwickeln und die neue Dimension des Fernsehens über Youtube oder aber die Vermarktungsstrategien von Medienhelden zu durchschauen, um Kindern als kompetenter Ratgeber zur Seite stehen zu können. Wichtigstes Werkzeug hierbei ist: Sprechen Sie mit Ihren Kindern. Lernen Sie ihre Medienwelt kennen und schon bald können Sie sich Ihr Fachwissen zunutze machen; nicht nur in Medienbildungsfragen, auch wenn es darum geht, die Bedürfnisse und Ängste der Kinder kennenzulernen.