Artikel „Medienbildung in und mit Familien“ in der Zeitschrift „Teilhabe“ erschienen

Zusammen mit meinem Kollegen Jan-René Schluchter hatte ich die Ehre, für die Zeitschrift Teilhabe sowohl einen theoretischen Überblick zum Themenfeld Medienbildung mit und in Familien“ unter besonderer Berücksichtigung von Familien mit Menschen mit Behinderung zu geben, als auch Praxismodelle einer inklusiven medienpädagogischen Familienbildung vorzustellen. Diese beziehen sich sowohl auf den familialen Alltag als auch auf pädagogische Settings und legen besonderen Wert auf Methoden der aktiven handlungsorientierten Medienarbeit.

Schlör, Katrin/Schluchter, Jan-René (2015): Medienbildung mit und in Familien. Praxismodelle einer inklusiven medienpädagogischen Familienbildung. In: Teilhabe 3/2015, S.135-140.

Artikel zu „‚Wo is´n dein papa? – Im skype, ne?‘ Doing family und intergenerative Medienbildung im Kontext von Multilokalität.“ im Netz verfügbar

Freundlicherweise ist mein Artikel zum Thema Familie, Multilokalität und Medien, den ich im Dezember 2012 in der Fachzeitschrift merz Wissenschaft veröffentlicht hatte nun frei im Internet zugänglich. Sie finden ihn unter http://www.mediaculture-online.de/fileadmin/bibliothek/schloer_multilokalitaet/schloer_multilokalitaet.pdf

Artikel-Abstract

Trennung, Migration sowie steigende Entgrenzung der Erwerbsarbeit bedingen eine zunehmende Multilokalität von Familien. Um diese Belastungssituation erfolgreich zu bewältigen, setzen Familien ein breites Medienrepertoire ein. Dieses zielt auf die Herstellung von Familie und die Inklusion ihrer Mitglieder über räumliche Grenzen hinweg ab. Der Beitrag verweist anhand empirischer Daten sowie aktueller Diskussionen auf entsprechende Potenziale, Grenzen und (medien-)pädagogische Handlungsfelder.

Praxisbericht: „Das sind wir.“ – Wir basteln uns ein Familien-Fotobuch!

Familienworkshop in Titisee-Neustadt im Rahmen des Projekts „Medienpädagogische Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“

Im Januar fand der mit meiner Beteiligung sechste und letzte Abschlussworkshop der ersten Projektphase der „Medienpädagogischen Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“ statt. Das Projekt der Aktion Jugendschutz wird im Auftrag der Initiative Kindermedienland des Staatsministeriums durchgeführt. Grund genug, um einen kurzen abschließenden Praxisbericht zu veröffentlichen.

Das Workshop-Konzept basiert größtenteils auf meiner medienpädagogischen Praxisforschung zum Thema Familienfotografie und Mediensozialisation in Familien in belasteten Lebenslagen. Dabei nehme ich an, dass die gemeinsame produktive Auseinandersetzung mit Medien nicht nur die Medienkompetenz in der Familie fördert, sondern auch die Familie als System an sich gestärkt werden kann. Ziel der Workshops ist zum einen die Freude an der kreativen Auseinandersetzung mit Medien zu wecken/fördern und Inspiration für die eigene Foto- und Medienpraxis zu geben, zum anderen über das Medium Fotografie den Blick für mediale Zusammenhänge wie bspw. Dramaturgie, Manipulation, etc. zu weiten.

Wer ein klares Storyboard gemacht hat, tut sich später leichter.

Wer ein klares Storyboard gemacht hat, tut sich später leichter.

In den Workshops, zu denen sowohl sozialpädagogische FamilienhelferInnen als auch deren Familien eingeladen waren, stand die Produktion eines Familien-Fotobuches im Zentrum, das eine Geschichte erzählen sollte. Zum Einstieg machte ich einen kurzen Input zu Kamera-Einstellung, Perspektive und der Dramaturgie von Geschichten.  Im Anschluss waren die Familien selbst gefragt. In einem Storyboard entwickelten sie sowohl die Geschichte in ca. 5 Bildern, als auch bereits erste Ideen zur fotografischen Gestaltung und evtl. Zusatzelementen wie Special Effects, Bilderklärungen oder Sprech- und Denkblasen.

Bei Fotografieren kommen sich manche Familien auch körperlich (wieder) näher.

Beim Fotografieren kommen sich manche Familien auch körperlich (wieder) näher.

Nach der fotografischen Umsetzung folgte entweder der Ausdruck der Bilder und die analoge Weiterverarbeitung zu dem Fotobuch oder aber die Bearbeitung der Bilder am PC. Egal welche Variante gewählt wurde, in allen sechs Workshops wurden wundervolle Fotobücher mit unglaublich vielfältigen und spannenden, rührenden und/oder lustigen Geschichten produziert.

Wer lieber am PC die Bilder für die Geschichte aufberetet, konnte in Powerpoint Sprechblasen, Hintergründe etc. hinzufügen.

Wer lieber am PC die Bilder für die Geschichte aufbereitet, konnte in Powerpoint Sprechblasen, Hintergründe etc. hinzufügen.

Was nie zu kurz kommen durfte, war der genussvolle Zugang zu Fotografie. So stand neben allgemeinen Bastelarbeiten, die besonders bei kleineren Kindern beliebt waren, auch immer das gemeinsame Essen und Trinken im Zentrum. Bei dem letzten Workshop beispielsweise durften wir alle zusammen den ersten Geburtstag einer kleinen Teilnehmerin feiern. Das war für uns alle ein Highlight.

Von den Teilnehmenden selbst kam viel positives Feedback. Besonders häufig kam der Wunsch auf: „So etwas sollte es öfters geben.“ Ich hoffe sehr, dass niedrigschwellige medienpädagogische Angebote der Familienbildung weiter an Bedeutung gewinnen und zahlreiche Projekte der aktiven Medienarbeit mit Familien folgen. Bis dahin bleibt das AJS-Projekt für mich ein wunderbarer Leuchtturm. Ich danke Ursula Kluge für die engagierte Projektkoordination, Julian Kluge für die tolle wertvolle technische Unterstützung bei den Workshops, den Organisatoren vor Ort in den Landkreisen, die offen für das Thema Familienfotografie waren und vor allen Dingen den Familien, die mit viel Freude und Engagement zusammengehalten und die Workshops mit ihren Ideen bereichert haben.

Jetzt müssen die Seiten nur noch geordnet, gelocht und gebunden werden: Fertig ist das Familien-Fotobuch!

Zu guter Letzt tolle Nachrichten: Das Projekt „Medienpädagogische Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“ geht weiter! Am 5. Februar 2013 verkündete die Ministerin im Staatsministerium, Silke Krebs, dass die Initiative Kindermedienland fortgeführt wird. Alle Interessierten finden hier Informationen zum Projekt sowie alle Bewerbungsmodalitäten.

Impressionen des vorerst letzten Foto-Workshops im Rahmen des Projekts „Medienpädagogische Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“:

Puzzleteile eines ganzen Lebens — SCHIRN MAG

See on Scoop.itfamily photography

„Sophie Calle dringt mit ihrer Kunst gerne in die Privatsphäre fremder Menschen ein….“

> Inszenierte Familienfotografie nach einer erfundenen biografischen Erzählung in der Ausstellung „Privat. Das Ende der Intimität.“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt.

See on www.schirn-magazin.de

Familie im Bild – Familienfotografie als Instrument für die sozialpädagogische Familienhilfe

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Seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Familienfotografie, das in der Medienpädagogik bislang nur wenig Beachtung erfahren hat. In einer Studie zur fotografischen Praxis in Familien, die ich im Winter 2009/2010 durchführte, wurde die hohe symbolische und emotionale Bedeutung von Familienfotografie besonders deutlich. In Belastungssituationen dient sie als Erinnerung und emotionale Unterstützung bei (räumlicher) Trennung, Tod und Krankheit. Eltern schätzen es, die Entwicklung ihrer Kinder zu dokumentieren und diese empfinden es als enorme Wertschätzung, wenn ihnen ein Foto oder gar Album gewidmet wird. Durch den Prozess des gemeinsames Anschauens von Fotografien werden Kommunikationsanlässe geschaffen, positive Momente nochmals erlebt und verarbeitet. Die Familie erfährt eine Stärkung des eigenen Familiensystems und empfindet sich nicht nur während der Rezeption, sondern auch schon während der Phase der Produktion als Eines.

Seit Mitte Juni biete ich im Rahmen des Projekts „Medienpädagogische Fortbildung für die sozialpädagogische Familienhilfe“ der Aktion Jugendschutz Foto-Workshops als Schulung für sozialpädagogische FamilienhelferInnen (SPFHs) an. In den kommenden Monaten werden zudem Workshops mit Familien, die von SPFHs betreut und begleitet werden folgen. Für mich sind dies spannende Erfahrungen, die mich sehr bereichern und meiner theoretischen Arbeit, Leben und Inspiration verleihen. Danke an dieser Stelle an alle Beteiligten!

Auch im Netz gibt es einige wundervolle Tipps für die praktische Arbeit mit Fotografie, ob in der Familie, im Kindergarten oder Schule. Hier eine kleine Zusammenstellung an Linktipps:

Auch der Büchermarkt gibt ein paar nette Exemplare her:

Alan Buckingham: Fotografie. Sehen – Staunen – Wissen. Gerstenberg Verlag.
(Zur Zeit nicht lieferbar; Antiquariat oder Bücherei)

Michael Ebert/Sandra Abend: Foto-Workshop für Kinder: Kinder entdecken die Welt der Fotografie und wie man die Welt fotografiert. Dpunkt Verlag. (Für Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren.)