Wir sind (#selfie) Weltmeister!

Unser DFB-Team kann nicht nicht nur Tore schießen, sondern auch Fotos. Fast zwei Monate, seit Beginn des Trainingslagers, haben uns die Spieler neben Taktik, Toren und Emotionen täglich mit Einblicken in ihren Alltag versorgt. Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger gebührt besondere Ehre. Als Meister des Selbstporträts zeigen sie allen, dass #selfies nicht nur ein Jugendphänomen sind. Sie sind Erinnerungsstück, Selbstdarstellung, Liebes- oder Freundschaftsbeweis, ein Zeichen für „Ich bin da!“ oder einfach, wie Prof. Dr. Angela Tillmann zusammenfasst: „Selfies sind Kult!“ Weiterlesen

Praxisbericht: „Das Fakebook Spiel“

Google+
Eltern-Workshop im Rahmen des „Eltern-Medienmentoren-Programms“ des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg  (Initiative „Kindermedienland Baden-Württemberg“)

Das fakebook-Spielfeld

Das fakebook-Spielfeld

Alte Kataloge von Reiseveranstaltern, schwedischen Möbel- und Modehäusern, Kunsthändlern, Supermarktprospekte, Scheren, Farbstifte, Post-Its und Klebepunkte – auf den ersten Blick sieht am Schlossgymnasium in Kirchheim/Teck nichts nach einem „Soziale Netzwerke“-Workshop aus.

Statt Facebook, Twitter & Co. am PC zu erkunden, lernten die teilnehmenden Elternbeiräte die Faszination und Funktionsweise sozialer Netzwerke ganz praktisch, analog und vertraut mit Schere, Kleb und Stiften kennen. In Anlehnung an das Planspiel „Spielen statt klicken“ der Bundeszentrale für politische Bildung und des DGB Bildungswerks sowie eigenen Erfahrungen aus früheren Workshops, entwickelte ich das “ fakebook Spiel“, bei dem die Teilnehmenden durch das Erfüllen von Aufgaben auf Aktionskärtchen auf der Statuspyramide aufsteigen können.

Spielregeln, Spielverlauf und Statuspyramide

Spielregeln, Spielverlauf und Statuspyramide

Dazu mussten zunächst alle in ihrem Profil Namen und  Geburtsdatum ausfüllen, um sich für das Spiel zu registrieren. Im Anschluss diskutierten wir anhand des Films „Masken“ von „watch your web“ Vor- und Nachteile von Klarnamen und Nicknames in sozialen Netzwerken.
Danach kamen die Klebepunkte zum Einsatz. Jede(r) dürfte sein Profil ausfüllen, Titel- und Profilbild einkleben und anschließend mit roten und blauen Punkten kennzeichnen, was öffentlich und was nur für Freunde sichtbar sein soll. Mit schönen Profilen ausgestattet ging es nun ans Freundschaften knüpfen und schließlich Aktionskarten erfüllen. So „posteten“ die Teilnehmenden schon bald ihre ersten Pinnwandeinträge, Kommentare, vergaben „Gefällt mir“-Punkte, gründeten Gruppen, be- und entfreundeten sich und stiegen so langsam auf der Statuspyramide auf.
Beispiel für ein fakebook-Profil mit Titelbild

Beispiel für ein fakebook-Profil mit Titelbild

Vom Ehrgeiz und der Faszination erfasst, waren manche Eltern nur schwer wieder an den Tisch zu holen, denn selbstverständlich blieb es nicht nur beim Spielen. In der anschließenden Reflexion besprachen wir zum einen das Spiel an sich, zum anderen die Übertragung der Erfahrung auf das Thema „soziale Netzwerke“. Dabei ist der Spaß und die Spielfreude, auch gruppendynamisch gedacht, als sehr positiv einzuschätzen. Die wahre Stärke entfaltet diese Methode jedoch besonders im Aufzeigen von Chancen und Problemen im Umgang mit facebook und Co. Eine Teilnehmerin brachte es schön auf den Punkt: „In jedem Spiel steckt auch Ernst.“ Allgemein fanden die Eltern das fakebook-Spiel interessant aber auch stressig. „Du musst was machen, dass du in den Spiel-Modus kommst“, berichtete eine Mutter von ihrer Spielerfahrung. Ein Elternteil fragte sich, warum sie überhaupt wie wild Aktionskarten bzw. Spielsteine für Kommentare, Postings, Freunde etc, gesammelt haben. Daraus ergiebt sich die Frage, worin überhaupt der Reiz entsteht, Anerkennung für Statusmeldungen, Bilder oder Freundschaftsanfragen bekommen zu wollen.

Erinnerungen an den letzten Skiurlaub ernten Kommentare und gelbe "Gefällt mir!"-Punkte

Erinnerungen an den letzten Skiurlaub ernten Kommentare und gelbe „Gefällt mir!“-Punkte

Besonders das Thema „Zugehörigkeitsgefühle“ war für einige Eltern ein wichtiger Aspekt. Sie spürten selbst, wie wichtig ihnen das „Mit-Machen-Wollen, Dabei-Sein-Wollen, Freunde-haben-Wollen“ war. Manche berichteten von der Angst, keine oder gar negative Kommentare zu erhalten und sich ausgeschlossen zu fühlen. Generell fühlten sie sich häufig überfordert mit den vielen Impulsen und hatten das Gefühl, den Überblick zu verlieren. Eine Mutter hingegen sah das ganz gelassen: „Man muss sich auch mal zurücknehmen und eine Auszeit gönnen können.“ Das ist wohl die Königskompetenz bei sozialen Netzwerken: Die Partizipation, Kommunikation, Information und Unterhaltung genießen und konstruktiv nutzen, aber auch die Fähigkeit besitzen, sich bewusst zurücknehmen zu können. Wenn ich selbst bestimmen kann, wie viel ich teilhaben, wie viel ich preisgeben möchte und mich nicht von den „Spielregeln“ sozialer Netzwerke fremdsteuern lasse, dann habe ich schon viel an Medienkompetenz gewonnen.

Doch auch mich hat das Spielfieber gepackt! Ich freue mich schon sehr auf den nächsten „fakebook-Spiel“-Einsatz!
Impressionen des fakebook-Spiels am Schlossgymnasium Kirchheim/Teck:

Lesetipp: „Medien – aber sicher. Ein Ratgeber für Eltern“

„Medien – aber sicher“ – Der kostenlose Eltern-Ratgeber des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg

Eltern, die seit Herbst meine Veranstaltungen besucht haben kennen ihn schon, den neuen Eltern-Ratgeber des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ). Auf 90 Seiten finden sich Tipps zum Medienumgang in der Familie von A wie Abofallen über F wie Fernsehen, P wie Pornografie und S wie soziale Netzwerke oder Spiele bis hin zu W wie problematische Weltbilder. Abgerundet werden die informativen Beiträge durch ein umfangreiches Glossar, Linktipps und Infos zu Beratungsangeboten allgemein und den Projekten des LMZ im Speziellen. Die rundum gelungene Broschüre, die ich nicht nur aus dem Grund empfehlen kann, weil ich auch ein paar Textpassagen beigesteuert habe, ist in drei Variationen erhältlich:

  1.  als Online-Version, zum Lesen direkt im Browser am Bildschirm: http://www.mediaculture-online.de/index.php?id=1944
  2. als PDF entweder zum Ausdrucken oder ebenfalls am Bildschirm Lesen: http://www.mediaculture-online.de/fileadmin/handouts/2012_11_14_Elternreader.pdf
  3. als Printbroschüre zum kostenlosen Bestellen per Mail bei folgender Adresse: beratungsstelle@lmz-bw.de
Viel Spaß beim Lesen, Ausprobieren und Umsetzen. Gerne können Sie hier einen Kommentar zu der Broschüre hinterlassen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen.

PRAXISBERICHT: Workshops zu „soziale Netzwerke“ und „Cybermobbing“ an der Hohensteinschule in Stuttgart

Das Schönste an der Arbeit einer medienpädagogischen Referentin ist es, Menschen kennenzulernen. Am 15.11.12 und 22.11.12 hatte ich die große Freude, mit der 9a und der 9b der Hohensteinschule in Stuttgart Zuffenhausen zusammenzuarbeiten. Als Trainerin für Onlinebewerbungskurse für tipsntrips hatte ich eine Klasse bereits im Frühjahr 2012 getroffen. Auf Initiative Herrn Hublers, des Klassenlehrers, kamen zwei weitere Workshops für beide 9. Klassen der Hohensteinschule in Kooperation mit dem Landesmedienzentrum Baden-Württemberg zustande. Wie auch an anderen Schulen war das Interesse an einem Angebot zu sozialen Netzwerken und Cybermobbing besonders groß.

„Facebook, meine Freunde und ich – So bleibe ICH der Chef über meine Privatsphäre“

„Der Chef über meine Privatsphäre? Cool!“ war die erste Reaktion, als eine junge Dame der 9a das Klassenzimmer betrat und einen Blick auf die erste Powerpoint-Folie warf. Tatsächlich war das Bewusstsein für einen reflektierten Umgang mit den Privatsphäreeinstellungen bei facebook bei den meisten Schülerinnen und Schülern vorhanden. Dennoch waren einige überrascht, als ihnen beim Schätzspiel klar wurde, dass ein öffentlich gestellter Inhalt bei facebook für 1 Milliarde Menschen sichtbar ist. Um so erschreckender, wenn man bedenkt, dass viele Personalmanager in sozialen Netzwerken nach Bewerbern Ausschau halten. Aber ganz so tragisch ist es nicht, denn manche Inhalte, wie Infos zu ehrenamtlichem Engagement oder spannenden Hobbies können sogar bei der Jobsuche hilfreich sein. Lachen mussten alle über folgenden Clip, bei dem der Titel Programm ist:

Doch nicht nur das Profil checken ist angesagt, vor allem der selbstbestimmte Schutz der Privatsphäre stand im Zentrum des Workshops. Dabei gibt es kein allgemeingültiges Rezept, sondern jede und jeder, der in sozialen Netzwerken aktiv ist, muss sich damit auseinander setzen, WAS sie oder er MIT WEM teilen möchte. Dass der Freunde-Begriff dabei wenig hilfreich ist, zeigte die folgende Mindmap, die wir gemeinsam erstellten. Eine wichtige Information lässt sich daraus gewinnen: „Freunde“ auf facebook sind weit mehr, als die „echten“ Freunde, die einem „nahe stehen“. Mithilfe der Freundeliste-Funktion auf facebook kann aber auch für entfernte Bekannte oder Arbeitskollegen die Sichtbarkeit von Fotos oder Statusmeldungen eingeschränkt werden.

Freunde-Mindmap in der Klasse 9 der Hohensteinschule Stuttgart

Freunde-Mindmap in der Klasse 9 der Hohensteinschule Stuttgart

„Cybermobbing – Lets fight it together“

Obwohl der zweite Workshop-Tag ein ernstes Thema hatte, starteten wir mit einem lustigen Spiel in den Tag: „Du kommst hier net rein!“ Die ganze Klasse setzte sich in einen Stuhlkreis. Lediglich ein Schüler musste in die Mitte des Kreises und hatte keinen Stuhl. Ziel ist es, in den Kreis zu kommen während die Klasse jeweils einen Stuhl nach links rutscht. Wer seinen Stuhl an die Person in der Mitte „verliert“, muss stattdessen in die Mitte und sein Glück versuchen. Schnell wurde allen klar: Hier geht’s um Mobbing. Um so wichtiger war es, sich einzugestehen, dass es zunächst nur darum geht, nicht selbst „Opfer“ zu werden. Und vor allem, dass es Spaß machen kann wenn man die Empathie zu der Person in der Mitte ausblendet. Die Rollenverteilung im Mobbing war schnell klar. Ich als die Person, die sagte „Hey, wir spielen ein cooles Spiel. Einer ist in der Mitte und kommt nicht in unseren Kreis rein!“ war ganz klar der „Mobber“. Alle, die aktiv verhinderten, dass das „Opfer“ in der Mitte in den Kreis kam, waren „Mit-Mobber“ und die anderen, die vielleicht lachten oder aber die Person in der Mitte anfeuerten waren die „Zuschauer“. Diesen kommt ganz klar eine zentrale Rolle zu. Sie bestimmen über das Schicksal des Opfers. Wenn alle Zuschauer Zivilcourage zeigen, hat eine von (Cyber-)Mobbing betroffene Person eine Chance!

Rollenspiel-Übung „Mobbing hat System“

Rollenspiel-Übung „Mobbing hat System“

Bei dem Rollenspiel „Mobbing hat System“ versetzten sich die Schülerinnen und Schüler in die jeweiligen Rollen und sagten Sätze, die jene Personen in ihrer Situation sagen könnten. So kann ein Mobber bspw. „Ich fühl mich cool, wenn ich andere fertig mache“ empfinden, ein Mit-Mobber hingegen aus Angst, selbst gemobbt zu werden „Ich mach mit, damit ich nicht als nächstes dran bin“ sagen. Auch hier wird klar, der Zuschauer muss nicht nur hilflos am Rand stehen und „Ich schau einfach mal weg“ denken, sondern kann selbst aktiv werden: „Ich hol jetzt mal Hilfe!“.

Durch die Übungen entstanden tolle Gespräche über die Konsequenzen von Mobbing und Cybermobbing, beispielsweise am Fall Amanda Todd, die sich nach einer Cybermobbing-Attacke das Leben nahm. Davor hatte sie ein Video auf Youtube veröffentlicht, das ihr Schicksal erzählt:

So stand beispielsweise die Frage im Raum, inwieweit wir Berichten über ihr Schicksal Glauben schenken können. Was ist „echt“ und was Teil der Cybermobbing-Gerüchtemaschine?

Besonders berührt waren die Schülerinnen uns Schüler von dem Film „Let’s fight it together“, der anhand eines Kurzfilms anschaulich aufzeigt, wie schrecklich Cybermobbing für Betroffene ist. Dennoch macht der Film Hoffnung, denn das Ende ist positiv und der Junge wieder in die Schulgemeinschaft integriert.

Die Schülerinnen und Schüler reagierten mit großem Mitgefühl, zeigten sich betroffen von der Einsamkeit, die der Junge empfand und empfanden sein Schicksal als ungerecht.

Die anschauliche Darstellung des Phänomens Cybermobbing half den beiden Klassen dabei, Cybermobbing zu definieren und die Unterschiede zum „herkömmlichen“ Mobbing zu verdeutlichen. Die Ergebnisse hielten wir an der Tafel fest:

Schrittweise Erweiterung der Mobbing-Definition um das Phänomen Cybermobbing

Schrittweise Erweiterung der Mobbing-Definition um das Phänomen Cybermobbing

Was hat Joes Situation im Film verbessert? Was hat sie verschlechtert?

Was hat Joes Situation im Film verbessert? Was hat sie verschlechtert?

Doch allein mit einer Definition ist es noch nicht getan. So entwickelten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen Lösungsansätze, in dem sie den Film danach analysierten, was die Situation des Betroffenen verschlechtert und welche Handlungen sie verbessert haben.

Schnell wurde klar: Ohne Hilfe geht nichts! Schon frühzeitig ist es wichtig, Hilfe bei anderen zu suchen. Oft sollten dies auch Erwachsene sein, deren Handlungsspielraum größer ist als der Gleichaltriger.

Ganz wichtig ist es, Hilfe zu suchen! Alleine kommt man nicht gegen Cybermobbing an!

Ganz wichtig ist es, Hilfe zu suchen! Alleine kommt man nicht gegen Cybermobbing an!

Was kann jede(r) tun? Zivilcourage zeigen!

Was kann jede(r) tun? Zivilcourage zeigen!

Doch nicht nur der Betroffene selbst kann seine Situation ändern. Wieder kommen die Zuschauer ins Spiel. Letztlich sind wir alle gefragt, Zivilcourage zu zeigen und andere zu unterstützen. Im Netz geht das über Kommentare, die die eigene Position klar machen und Schwächere unterstützen oder auch darüber, peinliche Bilder anderer NICHT zu teilen und nicht jedes Internet-Gerücht zu glauben. Ebenfalls hilfreich sind „blockieren“ und „melden“ Buttons. Denn wenn nur eine Person Beleidigungen oder unschöne Inhalte meldet, werden die Internetfirmen darauf in der Regel nicht reagieren, verbünden sich jedoch mehrere und helfen der betroffenen Person, so sind die Chancen höher, den Mobber zu sperren oder die schlimmen Inhalte entfernen zu lassen.

An der Hohensteinschule waren sich alle einig: Cybermobbing? Let’s fight it together!

Linktipps zu Cybermobbing:

www.nummergegenkummer.de

www.facebook.com/juuuport

http://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/cyber-mobbing/

„die medientdecker“ goes social media

erster Tweet von die medientdecker

Okay, es hat ein Weilchen gedauert, aber nun gibt es „die medientdecker“ auch auf Twitter und Pinterest. Warum? Um nicht nur facebook im Blick zu haben, sondern auch andere Social Media Kanäle produktiv und kreativ auszutesten. Wenngleich ich privat eher … Weiterlesen